OoPJD

Implementation & Interoperability

Von der fachlichen Spezifikation zur systemnahen Umsetzung — pragmatisch, anschlussfähig und mit klarer Stufenstrategie.

Ausgangslage

In Bayern existiert mit ONKOSTAR eine gemeinsame Ausgangsbasis für die onkologische Dokumentation an den universitären Standorten. Das bietet eine gute Grundlage für eine erste Implementierung des oPJD: Die Datenstrukturen, Schnittstellen und Dokumentationslogiken sind standortübergreifend vergleichbar.

oPJD kann dadurch systemnah beginnen, ohne sofort eine vollständig standardisierte Interoperabilität voraussetzen zu müssen. Pragmatik vor Perfektion.

Implementierungsstrategie

Die Umsetzung folgt einem gestuften Vorgehen:

  1. Fachliches Modell definieren — Kernelemente, Episodenstruktur, Relationen und Metadaten spezifizieren.
  2. Mapping auf bestehende Strukturen — Zuordnung der oPJD-Elemente zu vorhandenen Dokumentationsfeldern in ONKOSTAR.
  3. Export-/Importlogik — Implementierung der Serialisierung und Deserialisierung von oPJD-Datensätzen.
  4. Pilotierung — Erprobung an realen Behandlungsverläufen in ausgewählten Zentren.
  5. Formale Standardisierung — Überführung in interoperable Formate (FHIR) als Nachhaltigkeitsschritt.

Reihenfolge

Zuerst muss die fachliche Logik stimmen. Die technische Repräsentation folgt dem fachlichen Modell — nicht umgekehrt.

Interoperabilität pragmatisch gedacht

Nicht alle Standorte und Systeme verfügen über vollständige FHIR-Fähigkeit. Die Interoperabilitätsstrategie des oPJD berücksichtigt das:

  • Zunächst systemnahe, praktische Austauschformate zulassen (CSV, JSON, XML)
  • FHIR als langfristige Repräsentation und Nachhaltigkeitsebene planen
  • Keine Voraussetzung, die bestehende Systeme nicht erfüllen können

Ziel ist, dass oPJD in der aktuellen Infrastruktur nutzbar wird, ohne auf eine zukünftige Infrastruktur warten zu müssen.

Mapping auf bestehende Systeme

Für die initiale Implementierung in ONKOSTAR-nahen Umgebungen:

  • Zuordnung bestehender oBDS-Inhalte zu oPJD-Elementen
  • Ergänzung der Episoden und Metadaten als Zusatzschicht
  • Keine Veränderung der bestehenden Primärdokumentation
  • Spätere Übertragbarkeit auf andere Produkte und Systeme

Minimal Viable Implementation

Ein erster lauffähiger oPJD-Export sollte mindestens folgende Elemente umfassen:

  • Tumorbezug pro Ereignis
  • Schlüsselereignisse markiert
  • Episodenzuordnung (mindestens Erstdiagnose, Therapie, Nachsorge)
  • Provenance-Grundlagen (Quelle und Dokumentationskontext)
  • Export, Reimport und struktureller Vergleich
  • Einfache visuelle Darstellung des Verlaufs

MVP-Ziel

Ein Behandlungsverlauf, der exportiert, an einem anderen Standort importiert und dort klinisch korrekt gelesen werden kann — mit sichtbaren Episoden, Bezügen und Qualitätsinformationen.