Ausgangslage
In Bayern existiert mit ONKOSTAR eine gemeinsame Ausgangsbasis für die onkologische Dokumentation an den universitären Standorten. Das bietet eine gute Grundlage für eine erste Implementierung des oPJD: Die Datenstrukturen, Schnittstellen und Dokumentationslogiken sind standortübergreifend vergleichbar.
oPJD kann dadurch systemnah beginnen, ohne sofort eine vollständig standardisierte Interoperabilität voraussetzen zu müssen. Pragmatik vor Perfektion.
Implementierungsstrategie
Die Umsetzung folgt einem gestuften Vorgehen:
- Fachliches Modell definieren — Kernelemente, Episodenstruktur, Relationen und Metadaten spezifizieren.
- Mapping auf bestehende Strukturen — Zuordnung der oPJD-Elemente zu vorhandenen Dokumentationsfeldern in ONKOSTAR.
- Export-/Importlogik — Implementierung der Serialisierung und Deserialisierung von oPJD-Datensätzen.
- Pilotierung — Erprobung an realen Behandlungsverläufen in ausgewählten Zentren.
- Formale Standardisierung — Überführung in interoperable Formate (FHIR) als Nachhaltigkeitsschritt.
Reihenfolge
Interoperabilität pragmatisch gedacht
Nicht alle Standorte und Systeme verfügen über vollständige FHIR-Fähigkeit. Die Interoperabilitätsstrategie des oPJD berücksichtigt das:
- Zunächst systemnahe, praktische Austauschformate zulassen (CSV, JSON, XML)
- FHIR als langfristige Repräsentation und Nachhaltigkeitsebene planen
- Keine Voraussetzung, die bestehende Systeme nicht erfüllen können
Ziel ist, dass oPJD in der aktuellen Infrastruktur nutzbar wird, ohne auf eine zukünftige Infrastruktur warten zu müssen.
Mapping auf bestehende Systeme
Für die initiale Implementierung in ONKOSTAR-nahen Umgebungen:
- Zuordnung bestehender oBDS-Inhalte zu oPJD-Elementen
- Ergänzung der Episoden und Metadaten als Zusatzschicht
- Keine Veränderung der bestehenden Primärdokumentation
- Spätere Übertragbarkeit auf andere Produkte und Systeme
Minimal Viable Implementation
Ein erster lauffähiger oPJD-Export sollte mindestens folgende Elemente umfassen:
- Tumorbezug pro Ereignis
- Schlüsselereignisse markiert
- Episodenzuordnung (mindestens Erstdiagnose, Therapie, Nachsorge)
- Provenance-Grundlagen (Quelle und Dokumentationskontext)
- Export, Reimport und struktureller Vergleich
- Einfache visuelle Darstellung des Verlaufs
MVP-Ziel