Fachliche Plausibilität
Die erste Validierungsebene ist die fachliche Plausibilität: Bildet der oPJD-Datensatz den klinischen Verlauf korrekt und nachvollziehbar ab?
- Passt die Zuordnung von Ereignissen zu Episoden?
- Sind Übergänge zwischen Episoden klinisch nachvollziehbar?
- Gibt es unplausible Reihenfolgen (z.B. Pathobefund vor OP)?
- Sind Schlüsselbezüge konsistent (z.B. Tumorboard bezieht sich auf existierenden Tumor)?
Klinische Rückkopplung
Technische Konsistenz
Auf technischer Ebene muss sichergestellt werden, dass Daten beim Serialisieren und Deserialisieren vollständig und korrekt erhalten bleiben:
- Sind alle Pflichtfelder nach Import vorhanden?
- Bleiben Beziehungen zwischen Objekten erhalten?
- Bleiben Metadaten (Provenance, Qualität, Aktualität) erhalten?
- Stimmen Referenzen (Episode-IDs, Tumor-IDs) nach Roundtrip?
End-to-End-Prüfung
Das stärkste Validierungsinstrument des oPJD ist die End-to-End-Prüfung — ein vollständiger Roundtrip:
- Einen oPJD-Datensatz aus einem Quellsystem exportieren
- An einem anderen Standort importieren
- Erneut exportieren
- Die beiden Exporte strukturell vergleichen
Referenzobjekte werden geprüft, inhaltliche Abweichungen identifiziert, und der semantische Vergleich zeigt, ob der Verlauf korrekt transportiert wurde.
Prüfkriterium
Sichtbarmachung von Lücken
Ein besonderer Mehrwert des oPJD: Die Episodenstruktur macht fehlende Vollständigkeit sichtbar. Wenn eine Episode definiert ist, aber erwartbare Ereignisse fehlen, wird die Lücke erkennbar.
Beispiele:
- Eine neoadjuvante Episode ohne dokumentiertes Ansprechen
- Eine operative Episode ohne Pathologiebefund
- Ein Progressionsnachweis ohne nachfolgende Therapieentscheidung
- Eine Erstdiagnose-Episode ohne Staging-Information
Damit kann oPJD nicht nur Verläufe speichern, sondern auch aktiv auf Dokumentationsdefizite hinweisen — ein Instrument der Qualitätssicherung.
Referenzfälle und Testfälle
Für die Validierung werden synthetische und kuratierte Testfälle bereitgestellt:
- Typische Versorgungspfade — Standard-Verläufe für häufige Entitäten (NSCLC, Mammakarzinom, kolorektales Karzinom)
- Sonderfälle — Mehrfachtumoren, Zweitlinientherapien, Studieneinschluss
- Absichtlich fehlerhafte Fälle — unplausible Reihenfolgen, fehlende Bezüge, inkonsistente Metadaten
- Lückenfälle — Verläufe mit gezielt fehlenden Informationen zur Prüfung der Lückenerkennung
Fortlaufende Erweiterung